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Handout Gymnasium Sek II - Polynome und Polynomdivision
Von Adrian Eisenmeier
Dies ist ein Handout über Polynome und die Polynomdivision für meine Nachhilfeschüler. Das Niveau entspricht der Oberstufe.
I. Was Polynome sind
Eine Funktion
trägt den Namen "Polynom" bzw. "ganzrationale Funktion", wenn sich die Funktion wie folgt darstellen lässt:
Die (in der Schule) reelen Zahlen
nennt man "Koeffizienten" des Polynom. Insbesondere heißt
"Leitkoeffizient" und
"absolutes Glied". Wenn
, so heißt
der "Grad" des Polynom. Ist
, dann nennt man das Polynom "normiert".
Um abzukürzen verwendet man in der Darstellung eines Polynom gerne das Summen-Zeichen. Im folgenden seien
und
zwei Polynome. Also:
und
mit den natürlichen Zahlen
als Indexmenge.
Behauptung:
Die Summer zweier Polynome ergibt wieder ein Polynom.
Beweis:
Bemerkung:
In der nicht-naiven Behandlung von Polynomen lässt sich zeigen, dass mit Polynomen algebraische Strukturen beschrieben werden können. Der Grad ist in obigem Beweis irrelevant, da die Addition eine kommutative Verknüpfung ist. Der Grad des neuen Polynom ist wie zu sehen ist kleiner oder gleich dem höchsten Grad von
und
.
Nun eine weitere Behauptung die sehr wichtig wird bei den Verfahren zur Nullstellenbestimmung.
Behauptung:
Das Produkt zweier Polynome ergibt wieder ein Polynom dessen Grad die Summer der jeweilgen Grade ist.
Beweis:
II. Hauptsatz der Algebra
Sei
ein Polynom, dann lässt sich
auch als sog. "faktorisierte Form" wie folgt schreiben:
Die
Terme heißen "Linearfaktoren".
Bemerkung:
Jedes Polynom des Grades
hat in
Nullstellen, d.h. lässt sich mit
Linearfaktoren darstellen. Der Körper der komplexen Zahlen
wird hier nicht behandelt, da dieser den Schulstoff verlässt.
Für reelle Koeffizienten, also ein reelles Polynom gilt:
Ist der Grad ungerade, so existiert mindestens eine reelle Nullstelle.
Das Polynom lässt sich als Produkt reeller Linear- und quadratischer Faktoren schreiben, also:
III. Die Polynomdivision
Seien
und
Polynome. Eine Funktion
trägt den Namen "gebrochen rationale Funktion", wenn sich
wohldefiniert schreiben lässt als.
Ist der Grad von
kleiner als der von
, so heißt
"echt gebrochen", sonst "unecht gebrochen".
Was ist die Motivation ein Verfahren wie die Polynomdivision zu entwickeln?
Die Motivation ist eine Umformung um aus einer "komplizierten" gebrochen rationalen Funktion eine "Einfachere" zu machen, mit der sich besser umgehen lässt.
Somit wird eine gebrochen rationale Funktion
umgeformt in einen ganzrationalen Anteil
und einen echt gebrochen rationalen Anteil
.
Dies ist nur dann wohldefiniert, wenn der Grad von
kleiner als der von
ist und der Grad von
größer oder gleich dem von
.
IV. Algorithmus einer Polynomdivision
1.) Der Zähler der gebrochen rationalen Funktion, also
wird so hingeschrieben, dass für jede Potenz Platz ist.
2.) Der Quotient der gebrochen rationalen Funktion, also
wird nebenan geschrieben (nur getrennt vom Divisions-Doppelpunkt), wie bei einer schriftlichen Division üblich.
3.) Durch die Wohldefiniertheit hat man nun immer für beide Terme ein Glied mit höchster Potenz welches an der ersten Stelle steht. Der Quotient dieser beider Glieder ist zu bilden.
4.) Nun wird
mit dem Ergebnis aus Punkt 3. multipliziert. Das Ergebnis ist wie bei einer schriftlichen Division üblich unter
zu schreiben.
5.) Erste und Zweite Zeile werden voneinander abgezogen.
6.) Punkt 3. abwärts wird nun wiederholt. Dies geschieht solange bis die Division mit oder ohne Rest abgeschlossen ist. Kriterium ob es einen Rest gibt ist der Grad der Glieder höchster Ordnung. Sobald der Grad von
kleiner als der von
wird, ist die Division nicht weiter durchführbar.
Beispiele und Musteraufgaben welche das Verständnis abrunden, da man "rechnen nur durch rechnen" lernt sind hier zu finden:
Link: Rechnen mit Polynomen
Dieser blog ist in freundlicher Zusammenarbeit mit netscience 2.0
© by Adrian Eisenmeier
